Die Verwandlung - Ein Kammer-Spiel nach einer Erzählung von Franz Kafka

Kaum ein Autor hat so viel Anlass zu Interpretationen, Mutmaßungen, Inspirationen gegeben wie Franz Kafka. Kafka hat wie kaum ein anderer Befindlichkeiten, die wir alle kennen und mit denen wir doch allein sind, beschrieben, ohne ihnen ihre Rätselhaftigkeit zu nehmen. Kafkaesk war die Welt bestimmt auch schon vor Kafka.

Die Verwandlung“ von Franz Kafka ist eine der berühmtesten Erzählungen der Literatur des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte des Gregor Samsa, der als Käfer erwacht, ist so einfach wie rätselhaft, so konsequent wie erschreckend. 

Diese Erzählung ins Theater zu bringen kann nicht bedeuten, sie zu illustrieren, zu dramatisieren oder zu zeigen, was erzählt wird (Kafka wollte ausdrücklich keine Darstellung des Käfers), sondern es kann nur heißen, dem Text einen Raum, in dem er sich entfalten kann, und den Zuschauern eine Zeit, in der sie zuhören können, zu geben.

Das Flensburger Tageblatt schrieb anlässlich der Premiere: „Den Eindruck von beschränktem (Lebens) – Raum erfahren die Zuschauer: sie sitzen dicht gedrängt in den Stuhlreihen, die wiederum eingeschlossen sind von 28 schwarzen Türen. Helles kaltes Licht fällt vorne auf die Bühne und leise Geräusche kommen aus den Ecken. Worte werden gelesen, gesummt oder gezischt. Sie mäandern mit akustischen Variationen und den wechselnden Licht- und Schattenspielen. So findet die Inszenierung ein Gleichgewicht zwischen Texttreue – es handelt sich um den Originaltext - und der Übersetzung in Bilder und Musik. Und es werden ohne den  Schrecken zu nehmen auch die grotesken und komischen Seiten Kafkas deutlich, tragikomische Situationen werden kongruent umgesetzt und das Publikum kann befreit lachen. Eine beeindruckende Premiere.“

 

Regie: Elisabeth Bohde

Musik: Uwe Schade

Es spielen: Uwe Schade, Torsten Schütte

Premiere: September 2004

Kritik des Flensburger Tageblatts: Beklemmendes Theater-Erlebnis in der Pilkentafel

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